Was der digitale Produktpass für Unternehmen in Deutschland bedeutet
Der digitale Produktpass kommt aus der EU-Ökodesign-Verordnung ESPR (EU) 2024/1781. Als Verordnung gilt sie unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, in Deutschland also genauso wie in Polen oder Tschechien, ohne eigenes nationales Gesetz. Welche Angaben für welche Produktgruppe ab wann verpflichtend sind, regeln delegierte Rechtsakte der EU-Kommission. Im ersten ESPR-Arbeitsplan stehen unter anderem Textilien, Möbel, Reifen, Matratzen sowie Eisen, Stahl und Aluminium. Für Batterien gilt eine eigene Regelung: Die Batterieverordnung (EU) 2023/1542 verlangt ab dem 18. Februar 2027 einen Batteriepass für Traktionsbatterien, Batterien leichter Verkehrsmittel und Industriebatterien über 2 kWh.
Deutsche Handelspartner erwarten strukturierte Produktdaten
Unabhängig von den Fristen fragen Händler, Plattformen und Großkunden in Deutschland schon heute nach vollständigen Produktinformationen: Materialzusammensetzung, Herkunft, Zertifikate, Konformitätserklärungen, Anleitungen und Sicherheitshinweise. Wer diese Daten für jeden Partner in einer eigenen Tabelle zusammenstellt, verliert Zeit und riskiert widersprüchliche Angaben. Ein digitaler Produktpass bündelt die Informationen in einem Datensatz pro Produkt, den alle Beteiligten nutzen.
Für Hersteller aus Polen, Tschechien und anderen EU-Ländern, die nach Deutschland liefern
Viele Produkte im deutschen Handel kommen von Herstellern aus Nachbarländern. DPPC ist genau für diese Situation gebaut: Ihr Team arbeitet in der Anwendung auf Polnisch, Tschechisch, Englisch oder Deutsch, und die öffentliche Produktpass-Seite steht Ihren deutschen Kunden auf Deutsch zur Verfügung. Materialien, Dokumente und Zertifikate liegen in einem gemeinsamen Datensatz, sodass Ihr Vertrieb in Deutschland und Ihre Produktion im Werk mit denselben Angaben arbeiten.
Welche Branchen sich zuerst vorbereiten sollten
Am meisten Druck spüren Branchen mit vielen Varianten und Nachweisen: Möbel, Textilien und Schuhe, Elektronik, Batterien, Verpackungen, Baustoffe sowie Eisen, Stahl und Aluminium. Für jede dieser Branchen sind in DPPC eigene Pflicht- und optionale Felder hinterlegt, zum Beispiel Holzart und FSC-Zertifizierung bei Möbeln. Auf den Branchenseiten beschreiben wir, welche Daten und Dokumente dort typischerweise zusammenkommen.
Wie DPPC den Produktpass im Alltag unterstützt
Jedes Produkt hat in DPPC einen Datensatz mit Identifikation, Materialien, Lieferanten, Dokumenten und Zertifikaten. Dokumente und Zertifikate durchlaufen eine Prüfung mit Frist, und automatische Vorprüfungen melden fehlende Angaben, Datumsfehler und Duplikate. Veröffentlicht wird erst, wenn der Readiness-Wert 100 Prozent erreicht. Danach erhält das Produkt eine öffentliche Seite mit QR-Code im SVG-Format, und deutsche Handelspartner können die Daten über die REST-API abrufen oder per Webhook über Änderungen informiert werden.
Produktinformationen auf Deutsch pflegen
Die Oberfläche der Produktpass-Seite ist auf Deutsch, Polnisch, Englisch und Tschechisch verfügbar, und Besucher wählen ihre Sprache selbst. Inhalte wie Produktbeschreibungen, Dokumente und Anleitungen erscheinen so, wie Sie sie hinterlegen. Wer vor allem nach Deutschland liefert, pflegt diese Inhalte daher auf Deutsch und lädt deutsche Fassungen von Anleitungen und Erklärungen als öffentliche Dokumente hoch.
So starten Sie mit dem digitalen Produktpass für den deutschen Markt
Wählen Sie die Produktgruppe, die Sie am häufigsten nach Deutschland liefern, und importieren Sie Produkte, Materialien und Lieferanten per CSV-Vorlage. Ergänzen Sie Zertifikate und deutsche Dokumente, lassen Sie diese prüfen und schauen Sie auf den Readiness-Wert: Er zeigt, was pro Produkt noch fehlt. Nach der Veröffentlichung geben Sie die QR-Codes in die Etikettengestaltung und die Links an Ihre deutschen Handelspartner. In der Demo zeigen wir den Ablauf an einem Beispielprodukt aus Ihrer Branche.